Dollu, 3. November 2013

In Hari Khumars Haus verbringe ich mit seiner Familie und Nabin einen stimmungsvollen Abend. Wir sitzen vor dem kleinen bäuerlichen Anwesen auf der lehmgemauerten Veranda. Die beiden Mädchen Prayasa und Ehsa schmücken den Hof für das Tihar. Mit Blütenblättern haben sie ein kunstvolles Bild ausgelegt. Die Symbolik erschliesst sich mir nicht. Seltsamerweise ist eines der farbigen Zeichen ein Hakenkreuz. Rings um uns herum stellen die Mädchen Öllämpchen auf, die eine entrückte Stimmung erzeugen. Haris Frau Mithu serviert uns das Dhal Bhaat. Da ruft er an. Besorgt erkundigt er sich bei mir, ob hier alles nach meinen Wünschen läuft. Er umrundet mit einer Gruppe die Annapurna. Ich kann ihn beruhigen und berichte vom erfolgreichen Verlauf unseres gestrigen Picnic.

Die Maedchen schmuecken den Hof fuer das Tihar
Die Mädchen schmücken den Hof für das Tihar

Auf dem Sozius seines Motorrades hat mich Mohan gestern hierher nach Dollu gebracht. Ich wohne in einem Gästehaus in einer kleinen Wohnung mit ansprechendem Komfort. Es gehört zu einem Gesundheitszentrum, das die traditionelle tibetische Heilkunst anwendet. Ohnehin ist der Buddhismus allgegenwärtig hier im Tal. Allein in dem kleinen Dorf befinden sich drei Klöster. Im größten leben 1200 Mönche. Viele von ihnen sind Kinder. Die Mönche gehören zum Straßenbild. Einer sitzt im Cyber Shop neben mir am Computer.

Arme Staedte, reiche Kloester
Arme Städte, reiche Klöster

Heute morgen sind Nabin und ich auf den Champadevi (2200 m) hinaufgestiegen und haben von dort einen traumhaften Blick auf den Ganesh-Himal und den Langtang-Himal genossen. Es schien, als würden die eisigen Riesen gleichsam aus den Dunstglocke von Kathmandu herauswachsen. Tief unter uns sahen wir den Bagmati. Wir konnten den Durchbruch des Flusses, die Chobar-Schlucht mit dem Park erkennen. Beim Aufstieg auf den Berg sind wir auf eine kunstvoll gemauerte Treppenanlage gestoßen, 1,80 Meter breit, bestehend aus exakt zugeschnittenen Natursteinen. Nabin, nach deren Bedeutung befragt, hat mir erklärt, dies sei eine Hikingroute. Sie habe insgesamt eine Länge von 2 Kilometern.  Auf meine weitere Nachfrage, wer diese benötigen würde schaut er mich verständnislos an und verweist auf die Touristen. Ich war etwas betreten und habe mir insgeheim ausgemalt, wieviel Straßenkilometer damit repariert werden könnten.

Brauchen Touristen das?
Brauchen Touristen das?

Ein Gedanke zu “Dollu, 3. November 2013

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